
Wenn Erlebniswünsche wahr werden: Frühjahrsausfahrt vom 9. bis 11. Mai 2025 durch Rheinland-Pfalz
Pünktlich zur Frühjahrsausfahrt wurde Rolfs Fastback Spider nach einer kompletten Überholung fertig. Pünktlich zur Frühjahrsausfahrt besserte sich auch das Wetter. Die Eisheiligen legten eine Pause ein. Hurrah, endlich konnten wir wieder mit offenem Verdeck fahren! Die Ausfahrt hatte noch nicht begonnen und wir waren schon wieder in unserem Element. Zudem hatten wir nur 40 Kilometer Anreise bis zu unserem Basislager für das Wochenende, das allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern die drei W – Wein, Wohlfühlen, (Auto-)Wandern – von Rheinland-Pfalz ans Herz legen sollte. Schlichtere Gemüter sind auch schon mal mit „Weck, Worscht un Woi“ zufrieden.
Von der Pfalz über Rheinhessen ins Piemont. So kamen wir sehr entspannt am Hotel Bastenhaus in Dannenfels an. Einige der zu erwartenden Alfisti waren bereits da und wie immer folgte erst einmal Umarmung um Umarmung, bevor wir uns den immer wieder beliebten Benzingesprächen und anderen tiefsinnigen Unterhaltungen zuwandten. Bis zum Abendessen waren fast alle Teilnehmer eingetroffen. Einige würden noch am Samstag zu uns stoßen. Es sollte die rekordverdächtige Zahl von 41 Fahrzeugen mit circa 70 Insassen werden. Nach dem Sektempfang wurden wir vom Hotel mit kulinarischem Hochgenuss verwöhnt. Für kurze Zeit wurde es im Restaurant ruhiger, aber dann gewannen die Gespräche rund um unser liebstes Hobby wieder Oberhand.
Am Samstag wurden nach dem Frühstück die versammelten italienischen Schönheiten erstmal unter die Lupe genommen. Es waren jetzt alle gemeldeten Fahrzeuge da und erst jetzt konnte man sich ein Bild machen von der Vielfalt der vorhanden Alfa Romeo. Welch ein Spektakel!
Aber Kalle und Christine, die dankenswerterweise die Ausfahrt für uns geplant hatten, hatten die Lage im Griff. Dann wurden zwei Gruppen mit Führungs- und Schlussfahrzeug gebildet. Was soll ich sagen? Nach nicht mal zwei Kilometern, hatte so manch ein Fahrer bereits wieder die Instruktionen vergessen und hatte sich, aus der zweiten Gruppe kommend, hinter dem Schlussfahrzeug der ersten Gruppe eingereiht. Wir verließen den Donnersbergkreis und fuhren malerische 52 Kilometer auf verschlungenen Wegen durch kleine oder größere Dörfer. Der erste Boxenstopp war nach gut eineinhalb Stunden das Café Augenweide in Odernheim am Glan. Der Name war Programm und dem leckeren Eis konnte fast niemand widerstehen.
Hier stellte sich auch heraus, dass wir bereits den ersten „Ausfall“ zu verzeichnen hatten. Bei Frank Szajewicz‘ Bertone streikte plötzlich bei voller Fahrt die Umlenkung für den Gaszug. Zum Glück konnte er das Auto gefahrlos zum Stehen bringen. Hilfe von Ralf Dambacher und Moritz Herzog war auch gleich vor Ort. Allerdings musste das Fahrzeug erst einmal stehen bleiben, denn Klaus Süßdorf wollte aus Homburg zum Mittagessen kommend ein Ersatzteil mitbringen. Also fuhr Frank für den Rest des Samstages bei Moritz mit.
Weiter ging es bei der nächsten Etappe über Bad Kreuznach in Richtung Wöllstein. Wir erreichten folglich Rheinhessen, welches nicht in Hessen liegt, sondern eine hervorragende Weinregion in Rheinland-Pfalz ist. So fuhren wir weiter durch Sulzheim, Wörrstadt, Gabsheim, Bechtolsheim, Undenheim, Köngernheim, Selzen, Harxheim, Gau-Bischofsheim bis Bodenheim, wo wir beim Weingut May in der Straußwirtschaft eine kleine Mittagsrast einlegten. Doch wohin mit den ganzen Autos? In dem kleinen Weinort war es unmöglich, alle Autos zu parken. Aber die Winzersfamilie war sehr entspannt, was das anging. Wir konnten unsere Autos an einer Scheune im Wingert parken. Von dort aus holte uns der Winzer in mehreren Touren mit seinem Planwagen ab und brachte uns direkt zur Wirtschaft. Welch ein Service!


Wir saßen im Innenhof der Straußwirtschaft und ließen es uns gut gehen. Es hatte schon ein wenig was von italienischer Leichtigkeit. Nach der Pause ließen wir uns wieder zu unseren Autos fahren oder gingen zu Fuß. Am Parkplatz gab es noch ein Fotoshooting und dann erfüllte auch schon wieder das alfatypische Wummern der Motoren die Atmosphäre.
Kalle führte uns weiterhin durch die Dörfer der schönen Weinbauregion Rheinhessen: Jetzt fuhren wir Richtung Friesenheim, dann über Weinolsheim, Heßloch, Gundheim, Flörsheim-Dalsheim nach Mölsheim. Dann verließen wir Rheinhessen und waren zurück in der Pfalz, wo wir wieder abseits der Hauptrouten die sanfte Hügellandschaft erfuhren. Zu schnell erreichten wir wieder das Bastenhaus. Zeit für eine kurze Erfrischung und einmal Umziehen, bevor wir uns zum Abendessen ins Piemont im nahegelegenen Kirchheim-Bolanden auf den Weg machten.
Die liebenswerten Betreiber des Restaurants Piemont hatten das komplette Lokal für uns an diesem Abend reserviert. Was soll ich sagen, die Bewirtung war grandios, das Essen Italien pur. Zur Einstimmung gab es eine gemischte Vorspeisenplatte mit verschiedenen Sorten Schinken, Salami, Pizzabrot, Oliven, Peperoni und Käse. Der Schinken wurde natürlich stilecht auf einer Berkel Schwungradmaschine geschnitten. Zum Hauptgang konnte man zwischen einem Risotto mit Spargeln und Burrata, einem Rinderfilet Fassona im Parmaschinken-Mantel, einem Rumpsteak in einer Kräuterkruste oder einem Wolfsbarschfilet in einer Pistazienkruste wählen. Wer dann noch konnte, was bei diesen Portionen schon schwierig wurde, fühlte sich mit Tiramisu, Zabaione oder Crème Brûlée im Genießerhimmel. Mir reichte ein Espresso. Wir saßen noch lange zusammen und genossen das Dolce Vita dieses besonderen Abends. Aber schließlich mussten wir doch zurück ins Hotel, denn am nächsten Tag wartete das nächste Highlight auf uns.
Durch die wilde Pfalz nach Wachenheim. Am Sonntag konnten wir das Frühstück sehr entspannt angehen. Denn die geplante Tour durch die Pfalz würde zwar kleiner, dafür das Programm aber (noch) feiner werden.

Jetzt waren wir nur noch mit 37 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, aufgeteilt in zwei Gruppen, unterwegs. Zunächst fuhren wir nach Rockenhausen, um dann die alte Passstraße nach Falkenstein zu erklimmen. Diese erreicht in einer Höhe von 464 Metern ihren Scheitelpunkt und gehört mit 25 Prozent Steigung zu den steilsten öffentlichen Straßen Deutschlands. Ab Sippersfeld bekamen wir eine vage Ahnung von den Dimensionen des Pfälzer Waldes, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete Deutschlands. Kalle führte uns hier wieder über schmale, verwunschene Wege abseits der großen Straßen. Nach der Überquerung der A 6 legten wir bei Hettenleidelheim einen kurzen Boxenstopp ein. Danach ging es weiter durch den Pfälzerwald durch bezaubernde Orte wie Carlsberg, Altleinigen und Höningen bis Bad Dürkheim. Es ging bergauf und -ab, auf den Straßen passten zwei schmale Autos im Begegnungsverkehr geradeso nebeneinander. Und immer durch den kühlenden Wald. Die Strecke war ein Traum. Ab Bad Dürkheim hatte uns die Zivilisation wieder. Nach fast 95 Kilometern erreichten wir unser Ziel: die Sektkellerei Schloss Wachenheim in ebendiesem wunderschönen Weindorf. Im Innenhof des Schlosses wurden wir zunächst mit einem prickelnden Glas Sekt begrüßt. Dann aßen wir Flammkuchen, entweder ganz klassisch oder passend zur Saison mit Spargel belegt. Nachdem wir lange genug die sonnige Atmosphäre des Innenhofes genossen hatten, begrüßte uns Frau Kuly von der Sektkellerei Schloss Wachenheim zu einer Führung durch die Keller und Fertigungsanlagen. Frau Kuly schaffte es sehr anschaulich und charmant, uns die Passion für die besonderen Sekte, die mit dem Flaschengärverfahren hergestellt werden, näherzubringen. Während der Führung konnten wir 3 verschiedene Produkte verkosten. Wer wollte, durfte auch die alkoholfreien Varianten testen. Beeindruckend waren die alten gefliesten Lagertanks aus Beton. In einem konnte man sogar ein Echo erzeugen. Zum Abschluss der Führung durften wir noch den Park des Schlosses mit seinen alten Bäumen bewundern, ein wirklich sehenswerter Flecken Erde.
Hier endeten unser gemeinsames Erlebniswochenende Frühjahrsausfahrt 2025. Die drei W – Wein, Wohlfühlen, Wandern (wenn auch mit den runden „Schlappen“ unserer heißgeliebten Modellautos im Maßstab 1 zu 1) – konnten wir drei Tage lang genießen und so Rheinland-Pfalz von seiner lebensfrohen Seite erleben.
Herzlichen Dank an Christine und Kalle Hollmann für die Organisation dieses unvergesslichen Wochenendes. Ihr habt uns die schönen Seiten der Pfalz und Rheinhessens nähergebracht, Auch ich als „Pfalzkind“ konnte Neues entdecken. Ein weiteres herzliches Dankeschön gilt Michael Tessmann, der uns den prickelnden Nachmittag bei der Sektkellerei Schloss Wachenheim ermöglicht hat. Last but not least geht ein besonderes Dankeschön an die „guten Geister“ der Sektkellerei für die Organisation und Führung durch die „heiligen Hallen“ sowie für das nette Präsent.
© Text: Christine Herzog
© Fotos: Moritz Herzog
